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WingTsun Philosophie - Buddhismus

Der Buddhismus beruht auf der Lehre des Siddharta Gautama, der heute unter dem Namen "Buddha" bekannt ist, einem Fürstensohn, der ca. 560 v. Chr. im Dorf Lumbini am Fuße des Himalaya geboren wurde.

Als Kind wuchs er in üppigem Luxus auf, genoss eine gute Erziehung und Ausbildung und bereitete sich darauf vor, Nachfolger seines Vaters zu werden.

Da seine Mutter früh starb hielt seine Familie alles von ihm fern, was ihn bedrücken könnte. So waren ihm z.B. Tod, Krankheit, Armut und Leid unbekannt.

Als er eines Tages die schützenden Mauern des väterlichen Palastes verließ, wurde er jäh mit der Armut, dem Leid und dem Elend und dem Tod konfrontiert.

So begriff er, dass alle Freude und alle Annehmlichkeit mit einem Schlag ein Ende finden konnten, dass Kraft, Schönheit und Jugend vergänglich waren und dass jeder Mensch eines Tages sterben würde.

Als er bei seinen Erkundungszügen auf einen völlig mittellosen und verarmten, aber trotzdem glücklichen Mann traf, der sich ausschließlich mit der Klärung der "Frage nach dem Sinn des Lebens" beschäftigte, entschloss er sich, es ihm gleichzutun.

Durch Askese suchte er nach spiritueller Erfahrung und gelangte nach Jahren der Meditation zu seiner tiefen Erkenntnis, die in den vier edlen Wahrheiten formuliert sind.

Die vier edlen Wahrheiten können auch als der kürzeste Ausdruck der gesamten Lehre des Buddha und als der gemeinsame Nenner aller buddhistischen Richtungen bzw. Schulen genommen werden.

Die vier edlen Wahrheiten sind:

  1. Wahrheit vom Leiden: Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll. Dies ist zu durchschauen.

  2. Wahrheit von der Ursache des Leidens: Die Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung. Sie sind zu überwinden.

  3. Wahrheit von der Aufhebung des Leidens: Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden. Dies ist zu verwirklichen.

  4. Wahrheit von dem Weg zur Aufhebung des Leidens: Zum Erlöschen des Leidens führt ein Weg, der Edle Achtfache Pfad. Er ist zu gehen.

Der benannte achtfache Pfad, der die Erlösung des Leidens verrät, lautet:

  1. samya-gdristis (rechte Anschauung/rechtes Glauben): Erkenntnis der Ursachen des Leidens und seiner Überwindung

  2. samya-ksamkalpa (rechte Gesinnung/rechtes Denken): Reinigung des Geistes von jedweden negativen Gedanken und Taten

  3. amya-gvac (rechtes Sprechen): Vermeidung von Lüge und Verleumdung, aber auch von nutzlosem Gerede

  4. samya-kkarmanta (rechtes Tun): Vermeidung aller Handlungen, die gegen die fünf Verhaltensregeln verstoßen

  5. samya-gadsiva (rechtes Leben/rechter Lebenserwerb): Vermeidung eines Berufes, durch den eine der fünf Verhaltensregeln gebrochen wird

  6. samya-gvyayama (rechtes Streben): Förderung aller heilsamen und Vermeidung aller unheilsamen Gemütsregungen

  7. samya-ksmrite (rechte Achtsamkeit/rechte Konzentration): Betrachtung des Körpers, der Empfindungen, des Denkens und der Denkobjekte

  8. samya-skamadh (rechtes Sichversenken): Sammlung des Geistes in die Vier Versenkungen (Dhyana)

Im WingTsun erfährt der Buddhismus den direkten Bezug in der Einstellung des Lernens.

Gilt es in der buddhistischen Unterrichtsbetrachtung nicht rationale Ergründen zu entwickeln, sondern vielmehr um das Tun als solches. So weiß der Buddhist, dass Können nur durch hartes, geduldiges und mitunter leidvolles Training erarbeitet werden kann. Theoretische Erkenntnis und angelerntes Wissen zählen nicht, sondern nur Erfahrung und Können. Diese sind nur durch beständiges Üben zu erlangen.

Kurz formuliert beschreibt der Buddhismus die Einstellung zum Training und die benötigte Disziplin als Voraussetzung für den Schüler zum erfolgreichen Erlernen der WingTsun-Fähigkeiten.

 

Erklärung des Buddhismus (Entnommen aus dem Lexikon)

 

Buddha [Sanskrit ›der Erwachte, der Erleuchtete‹], Ehrentitel des Siddharta Gautama, *Kapilawatthu 560 v.)Chr., †bei Kusinara vermutlich 480 v. Chr., Stifter des Buddhismus. Als Sohn eines Fürsten im Luxus lebend, beeindruckten ihn zufällige Begegnungen mit menschl. Not so sehr, daß er, um die Vergänglichkeit der Welt zu überwinden, Asket wurde. Nachdem er sieben Jahre vergeblich Erleuchtung durch Askese gesucht hatte, fand er sie unter einem Feigenbaum durch Meditation und ging dann nach Benares und gründete einen Mönchsorden. Er durchzog lehrend und werbend N-Indien und starb an der Grenze von Nepal. Seine Predigten wurden von seinen Jüngern erst mündlich, seit dem 1. Jh. v. Chr. auch schriftlich (in der hl. Sprache Pali ) überliefert. Später wurde sein Leben mit vielen Legenden über seine Geburt, seine Wunder und Erlebnisse in früheren Existenzen ausgeschmückt. Nicht nur dem histor. Siddhartha Gautama wurde der Titel und die Qualität des Buddha zuerkannt. Nach buddhist. Anschauung ist die Reihe der Buddhas in Vergangenheit und Zukunft unendlich.

Buddha

 

Buddhísmus, Weltreligion, ben. nach ihrem Stifter Buddha; sie beruht auf dessen Lehre und Ordensgründung.

Die Lehre Buddhas brach mit der religiösen Autorität des Veda, übernahm jedoch die Wiedergeburtslehre. Die Erlösung durch die Erkenntnis der Identität von Brahman und Atman ersetzt der B. durch den Gedanken des Nirwana, des ›Verwehens‹, der Vernichtung des Leidens, des Verlöschens des ›Durstes‹, d.h. der Lebensgier. Im Mittelpunkt der Predigt des Buddha stehen dementsprechend die ›vier edlen Wahrheiten‹: vom Leiden, von der Entstehung des Leidens, der Vernichtung des Leidens und dem zur Vernichtung des Leidens führenden Weg. Dieser Weg ist der ›edle, achtteilige Pfad‹: rechte Anschauung, rechtes Wollen, rechtes Reden, rechtes Tun, rechtes Leben, rechtes Streben, rechtes Gedenken, rechtes Sichversenken. Dieser Heilsweg kann auf drei Stufen zurückgeführt werden: ethisch-asket. Zucht, Versenkung und erlösende Erkenntnis als ›dreifaches Wissen‹: Erinnerung an die früheren Geburten, Erkenntnis des Gesetzes vom Karma , Erkenntnis der vier edlen Wahrheiten. Sie vermag jeden einzelnen durch völlige Selbstentäußerung aus dem Kreislauf der Geburten (Samsara) zu lösen. Der Zustand des endgültigen Erlöschens, in den der Erlöste eingeht, ist das Nirvana. Symbol der verschiedenen Daseinsformen, die der Erlösung bedürfen, ist das Rad. Mit dieser Lehre stand der B. im Gegensatz zum Brahmanismus mit seinem Kastensystem. Er kennt keine ewigen, unvergängl. Substanzen, weder Materie noch Seele, weder einen persönl. Weltenherrn noch ein unpersönl. Absolutes, das den Urgrund der Welt bildet; von Anfang an ist er durch Toleranz geprägt. Der Kern der Gemeinde Buddhas bestand aus Mönchen und Laienbrüdern, später entstanden Klöster und geistl. Schulen.– Im 3.Jh. v. Chr. wurde der B. unter Ashoka in Indien Staatsreligion. Mit der Ausbreitung der Lehre begann die Scheidung in die Richtungen (›Fahrzeuge‹) Hinayana und Mahayana. Die Zahl der Buddhisten wird heute auf rd. 330 Mio. geschätzt.

Buddhísmus


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