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WingTsun Kampfart

 

Auge oder Gefühl ?

WingTsun ist ein sehr effektives Kampfsystem. Die verschiedenen Techniken werden nicht angewandt, weil das Auge z.B. sieht, dass ein Ellenbogen von links kommt. Wenn es so wäre, würde man im Nahkampf hoffnungslos verloren sein, da der Ellenbogen treffen würde bevor die Information vom Auge das Gehirn erreicht hätte. Dazu muss das Gehirn noch entscheiden was das genau für ein Angriff ist. Beim WingTsun ist man immer im ständigen Körperkontakt mit dem Gegner, so dass die Information vom Angriff direkt, z.B., auf die Arme geleitet werden. Man "fühlt" den Angriff des Gegners und minimiert somit die Reaktionszeit um ein Vielfaches, was den Erfolg letztendlich garantiert. 

"Klebende Hände"

Das beeinflusst natürlich die Arme und es kommt zu einem eindeutigen Druck der eine reflexartige Gegenmaßnahme auslöst. Man spricht hier von klebenden Händen (Armen). Man braucht die Augen natürlich weiterhin um zu sehen, dass jemand angreift. Aber sobald ein WingTsun Kämpfer am Gegner dran ist, kann er ohne Augen weiter kämpfen. Daher ist es eine gute Chance zur Selbstverteidigung für Blinde, und es gibt sogar sehr viele blinde Schüler im WingTsun. Da diese Verteidigungsreflexe erst richtig trainiert werden müssen, ist das Ganze sehr zeitaufwendig.

Gesundheit im WT

WT, die realistische und moderne Selbstverteidigung, soll hier einmal aus einer völlig anderen Sicht betrachtet werden. Daß man sich mit WT verteidigen kann, ist ohne Zweifel klar, aber was ist mit der eigenen Gesundheit? Schadet mir das regelmäßige Training womöglich? Bei vielen anderen Stilen, z. B. Tek Kwon Do, wird dieser Aspekt oftmals gar nicht betrachtet. Einige Schüler, die diesen Kampsport vor dem WT ausübten, bestätigten, daß er sehr auf die Gelenke geht, besonders wenn man zum fortgeschrittenen Alter zählt. Die hohen Tritte und die dazu passenden Dehnübungen bringen das so mit sich!
Dies ist z. B. auch bei einigen Kung Fu Stilen, in denen sich die Trainierenden durch das Schlagen in Schüsseln mit heißem Sand abhärten, der Fall. Das hat zur Folge, daß viele Gefühlsnerven in den Händen abstumpfen, sogar absterben können.
Macht das einen Kampfsport bzw. eine Selbstverteidigung aus? Nur um sich zur Wehr setzen zu können, sich selbst verstümmeln?? Das scheint doch etwas absurd.
Nachfolgendes soll einmal kurz und knapp zeigen, wie WingTsun beim normalen Training die Selbstverteidigung und die Gesundheitsaspekte zusammenfließen läßt.

Fangen wir einmal mit der Siu-Nim-Tau-Form an, die der WT-Anfänger mit als erstes lernt. In dieser Form lernt man seinen Körper kennen, daß heißt, seine Ausmaße und Armreichweite. Beim Üben der SNT wird die Konzentration geschult, die Bewegungen genau auszuführen uns sich selbst im Spiegel korrigieren zu können. Die Aufmerksamkeit wird geschult, wenn der Lehrer etwas erklärt oder vorführt; man lernt, auf Details zu achten. Allein diese zwei Aspekte erhöhen schon ungemein die Leistungsfähigkeit eines Menschen im Berufsleben. In der SNT wird aber noch einiges mehr geschult. Wenn man den Stand (IRAS) einmal näher betrachtet, sollte einem auffallen, daß, wenn man die Knie die ganze Zeit aufeinander zuschiebt, dies eine Kraftübung (isometrisch) darstellt, welche die Beinmuskulatur leistungsfähiger werden läßt. In unserer Schule trainiert z.B. ein Schüler bei dem der Arzt Athrose im fortgeschrittenen Stadium diagnostizierte (angeblich sollte er nie wieder schmerzfrei Treppensteigen können). Unter anderem durch den WT eigenen Stand hat dieser Schüler nun keine Knieprobleme mehr! 

Für den Arzt ist das ein Wunder, für uns ist es WT!!

Aber auch die aufrechte Haltung des Rückens und des Schultergürtels stärkt die Muskulatur und trägt zu einer besseren Körperhaltung bei.

Bei Huen-Sao, welches eine Drehung des Handgelenks mit Hilfe der Unterarmmuskulatur ist, wird diese sehr gut gedehnt und gestärkt. Das Handgelenk erlangt dadurch eine höhere Bewegungsfähigkeit. Diese Übung kann auch bei Handgelenksschmerzen Abhilfe schaffen, wie sie z. B. bei Bürokräften vorkommen, die viel Schreibmaschine schreiben müssen, wobei ihr Handgelenk in einer angezogenen Position ist. Wenn hier nicht für Ausgleich gesorgt wird, kann die zur Folge haben, daß sich die dementsprechenden Muskeln und Sehnen verkürzen.
Auch die Augenmuskulatur wird in der SNT trainiert, wenn man nur aus den Augenwinkeln kontrolliert, ob die Handtechniken, z. B. Pak-Sao, korrekt bis zur Schulterbreite ausgeführt werden. In chinesischen Schulen ist es sogar gang und gebe, während des Schulunterrichts eine fünfminütige Pause einzulegen, um einige Übungen für die Augenmuskulatur zu machen.
Das betonte Schulter unten lassen im Stand (IRAS) und bei den Fauststößen sowie Bong-Sao entspannt die Schultermuskulatur und verhindert dadurch Kopfschmerzen und migräneähnliche Zustände.

Im großen und ganzen trägt die SNT einen kleinen Teil dazu bei, den Körper wieder in ein muskuläres Gleichgewicht zu bringen, was ein schmerzfreieres und bewußteres Leben ermöglicht. Über 90 % aller Schmerzen im Körper sind muskulären Ursprungs!

In der zweiten Form, der Chum-Kiu-Form, kommen zu neuen Handtechniken auch noch Beintechniken hinzu, die die komplette Beinmuskulatur und die Hüftgelenke trainieren. Durch das Chi-Sao-Training werden beide Gehirnhälften gefordert und zur gleichzeitigen Arbeit angeregt. Dies steigert die geistige Leistungsfähigkeit!
Durch die Bauchatmung, die während der SNT durchgeführt werden kann, werden die inneren Organe gut massiert, was wiederum die Durchblutung fördert und somit eine effizientere Arbeit der Organe ermöglicht.

Durch WT bzw. die WT-typischen Bewegungen erlangt man wieder ein viel größeres Bewegungsmuster, welches durch unsere Zivilisation leider verloren gegangen ist.
Kehren wir doch einfach wieder zu unserem Ursprung zurück und lernen uns wieder richtig zu bewegen.

Freikampf - Sparring - Lat Sao

Freikampf ist das Ziel der WingTsun Ausbildung!

 Formen und deren Einübung dienen zum Erlernen der bloßen Bewegung, ohne daß ein Gegner dabei stört.
In der Einstudierung und Übung der Formen kämpft man mit sich selbst. Sicherlich ein nötiger und vielleicht auch der schwerste Kampf und ohne Zweifel der am besten erste Kampf, den ein erfolgreicher WingTsun Schüler nicht nur bestreiten sondern auch gewinnen sollte.


Lat Sao (Freikampf) bezeichnet zweierlei Dinge:

1. Die Kämpfer sind frei, was die Art Ihres Angriffes bzw. Ihrer Verteidigung angeht.

2. Die Arme sind frei, d.h. sie haben vorher keinen Kontakt zum Gegner.

Beim Lat Sao Training hilft der Lehrer dem Schüler selbst aktiv zu werden. Offensive statt Defensive ist das Motto des Lat Sao Trainings.
Darüber hinaus werden beim Lat Sao Freikampf auch die optischen Reflexe und daraus resultierende Reaktionen geschult.
Denn bevor wir Kontakt mit unserem Gegner haben (körperlichen Kontakt), müssen wir den Raum dazwischen, das sogenannte Kampffeld, sicher überbrücken, dabei hilft uns das Lat Sao Training in besonderem Maße.

Lat Sao ist in den 80er Jahren von Dai-Sifu Kernspecht eingeführt worden. Hinter diesem Begriff verbirgt sich weit mehr als eine funktionierende Fauststoßabwehr. Hier wird das Grundprinzip des WT in einfachster Weise den Schülern eingepflanzt.

Kettentechnik im dauernden Vorwärtsdrang auf den Gegner zu. Nach der Maxime "Weniger ist mehr", beinhalten die ersten drei Schülergrade eigentlich schon alles, was man für eine Selbstverteidigungssituation benötigt:

Abwehr einer Hand, egal, ob sie Faust- oder Handflächen- oder Fingerstöße gibt, meinen Hals würgt oder meine Schulter ergreifen will. Abwehr eines Trittes in die Genitalien und eines Rundtrittes...

Natürlich müssen am Anfang die Lat Sao Bewegungen langsam und exakt eingeschliffen werden. Hat aber die Technik dann ein gewisses Niveau erreicht, muß man sie mit vielen unterschiedlichen Partnern (Gegnern) trainieren, um bestmöglich auf alle Situationen in der Realität vorbereitet zu sein.

Das Auge, die Reflexe, die Kettenfauststöße, das Vorgehen und Aktivwerden und damit die psychische Stärke und die Selbstsicherheit in Chaos- oder Stresssituationen werden durch Lat-Sao Training optimal entwickelt!

Es werden schon hier die 4 Kampfprinzipien des WT intensiv trainiert. Intensiv bedeutet auch, daß keine größeren Pausen in meinem Kampfverhalten entstehen dürfen. So könnte man ja auch das Pak-Sau - Fauststoß "Spiel" immer nach einem Angriff enden lassen und wieder neu angreifen. Durch das kontinuierliche Lat-Sao wird dies jedoch optimiert und trainiert.

Kommen Sie doch einfach mal vorbei und lassen Sie sich vor Ort von einem unserer Ausbilder in die Techniken des WT einführen. Informationen zur kostenlosen und unverbindlichen Einführung gibt´s u.a. hier

 


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