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Häufig werde ich von Schülern/-innen
und auch Außenstehenden gefragt, wie die Übersetzung für bestimmte Begriffe und
Bezeichnungen lauten. Ich habe hier einmal einen Auszug zusammengestellt, der jedoch
keinen Anspruch auf hundertprozentige Richtigkeit hat, denn die wörtliche Übersetzung
aus dem Chinesischen ist nicht ohne weiteres möglich. (Wenn
sich ein Fehler eingeschlichen haben sollte, so bitte ich um kurze
eMail) |
Kleines
WingTsun Wörterbuch
| Vorbemerkung
Traditionell gibt es im WingTsun keine
Graduierungen. WingTsun wurde bis zu Großmeister Yip Man immer nur im
kleinen Kreis in individueller Unterweisung unterrichtet und von
Generation zu Generation im Geheimen weitergegeben. WingTsun wird daher
auch als Familiensystem bezeichnet. Nicht nur die Unterrichtsweise,
sondern auch Begriffe wie Si-Gung, Si-Fu, To-Dai
deuten auf diese Ursprünge hin.
Die Schülerzahl war somit stark begrenzt, der
Lehrer nahm vielleicht nur zwei oder drei Schüler an. Weil jede reale
Kampfsituation dem Zufall unterworfen ist, unterrichteten die Lehrer
traditionell folgerichtig eben die Technik, die sich zufällig aus der
Situation ergab. Bei sehr kleinen Schülergruppen ist diese Methode
zweifellos von Wert. Wer lange genug dabei bleibt, lernt vielleicht
irgendwann das ganze Repertoire seines Lehrers.
Angesichts der heutigen Schülerzahlen ist jedoch
ein systematisches Training erforderlich. Jeder Schüler würde ansonsten
vielleicht nur einen Ausschnitt des gesamten WingTsun-Systems erlernen.
Leung Ting und Keith R. Kernspecht haben aus diesem Grund die wichtigsten
WingTsun-Techniken in Programmen (Chi-Sao-Sektionen, Lat-Sao-Programme)
zusammengestellt. Da die Gefahr besteht, dass ein programmorientierter
Unterricht zum Üben festgelegter Bewegungsfolgen führt - das genaue
Gegenteil von dem, was WingTsun will - lernt der Schüler nur anfänglich
bestimmte Bewegungsmuster, die er jedoch schnell verlassen soll. Wichtig
sind das Reagieren nach Gefühl und freies Kombinieren. Auf diese Weise
bleibt der besondere Charakter des WingTsun erhalten und man kann dennoch
sicherstellen, dass der Schüler - trotz etwaiger Vorlieben seines
direkten Lehrers - jede Technik lernt. Dies ist die ideale Methode, größere
Klassen ohne Qualitätsverlust zu unterrichten.
Zusammen mit den Programmen wurde ein
Graduierungssystem ähnlich dem des Karate geschaffen. Der Schüler kann
dadurch seinen Fortschritt selbst beobachten und in gewisser Weise einschätzen
(Motivationsfaktor). Der Hauptvorteil ist jedoch, dass man durch die
Graduierung weiß, welche Techniken der Schüler bereits gelernt hat.
Dadurch kann man bei einem Lehrer- oder Schulwechsel ohne lange Prüfung
den Stand eines Schülers ausfindig machen und den Unterricht an der
gleichen Stelle fortsetzen, an der er in der alten Schule aufgehört hat.
Noch etwas wichtiges:
Eine Graduierung ist nichts wert, wenn der zugrunde
liegende Stoff nicht beherrscht wird. Urkunden und Abzeichen zählen im
Ernstfall gar nichts. Ändert sich die Kampffähigkeit allein durch den
Besitz einer bestimmten Urkunde oder durch Abzeichen und Gürtel in einer
neuen Farbe? Nein! Nur hartes Üben und dadurch Können zählen etwas.
Durch bequemes im Sessel sitzen ist noch niemand besser geworden.
WT ist heute kein Geheimstil mehr. Was man nicht weiß,
kann man sich erarbeiten. Für manche werden bestimmte Techniken ein
Geheimnis bleiben, weil sie nicht hart genug geübt haben. Von denjenigen,
die sie aber beherrschen, denken diese Leute dann, sie würden
irgendwelche Tricks oder geheimen Techniken benutzen oder ein spezielles
Talent dafür haben. Die dahintersteckende Arbeit wird selten gesehen.
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Familienverhältnisse im WT
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1. Generation |
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Si-Jo Wu-Shu-Urgroßvater
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2. Generation |
Si-Pak-Gung älterer
Wu-Shu
Bruder von Si-Gung
(=älterer Groß-Onkel)
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Si-Gung Wu-Shu
Großvater (Lehrer von Si-Fu)
|
Si-Suk-Gung jüngerer
Wu-Shu
Bruder von Si-Gung
(=jüngerer Groß-Onkel)
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Si-Tai Wu-Shu-Großmutter;
Frau des Si-Gung
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3.
Generation |
Si-Pak älterer
Wu-Shu
Bruder von Si-Fu
(=älterer Onkel)
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Si-Fu Wu-Shu
Vater, Mentor (persönlicher Lehrer)
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Si-Suk jüngerer
Wu-Shu
Bruder von Si-Fu
(=jüngerer Onkel)
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Si-Mo Wu-Shu-Mutter; Frau
des Si-Fu
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4. Generation |
Si-Hing älterer
Wu-Shu
Bruder
Si-Je
ältere
Wu-Shu Schwester
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To-Suen Wu-Shu
Enkel (Schüler von
Si-Gung)
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Si-Dai jüngerer
Wu-Shu
Bruder
Si-Mui
jüngere
Wu-Shu
Schwester
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Bedeutung: Diese
Verhältnisse werden im Wu Shu (benennt die chinesische Kampfkünste und
Familienstile) als sehr
bedeutsam angesehen. Die Begriffe sind alle aus Sicht des To-Dai´s zu sehen: Si-Gung ist zum
Beispiel der Großvater des To-Dai. Innerhalb einer
Schülergeneration sollte immer klar sein, wer länger dabei
- also quasi älter - ist. Ist mein Trainingspartner auch nur
einen Tag länger dabei, dann ist dieser mein Si-Hing. War
ein Mitschüler meines Si-Fu schon länger in der
Schule als dieser, dann ist dieser mein Si-Pak. Die genannten
Begriffe sind auch gleichzeitig die Anreden für den
Trainingspartner, Lehrer oder Ausbilder. Durch diese Bezeichnungen
wird jedoch keine Befehlshierarchie bedingt, es zählt auch
nicht, wer eine höhere Graduierung hat. Aber der länger
trainierende verdient den Respekt derer, die gerade erst dazu
gestoßen sind. Eine WingTsun-Schule ist nicht einfach nur ein
Sport-Club ...To-Dai wird man
mit der Annahme als Schüler durch den Lehrer. Zum Sifu
muß man durch seinen Si-Fu ernannt werden. Sifu
ist keine Graduierung, sondern ein (Ehren-)Titel. Dai als
Vorsilbe, (z.B. Dai-Sifu) "kennzeichnet" den Leiter
einer Gruppe. Der Dai-Sifu ist somit der höchste aller
(anwesenden) Sifu´s.
Heute wird das alles
meist nicht mehr so eng gesehen. Als Si-Hing wird nur noch der
amtierende Ausbilder angesprochen. Die Schüler untereinander
benennen sich mit ihren Vornamen. Es soll nichts komplizierter
gemacht werden als es ist. Dem Si-Fu und dem Si-Gung
wird durch diese Anreden ein gewisser Respekt gezollt, ich halte es
nicht für unmodern, wenn diese Tradition fortgesetzt wird.
Unterschied z.B. Sifu
und Si-Fu Si-Fu mit Bindestrich ist der
persönliche Lehrer. Dies ist gleichzeitig die Anrede für
ihn (ohne Nennung des Namens). Sifu ohne Bindestrich ist ein
Titel, die Berufsbezeichnung eines anerkannten Wu Shu-Lehrers.
Dieser wird immer im Zusammenhang mit Vor- und/oder Nachnahmen
genannt: z. B. Sifu Müller, Müller Sifu, Sifu Uwe, Sifu Uwe Müller.
Es gibt natürlich auch noch Varianten mit Si-Hing/Sihing, Si-Je/Sije, u.s.w.
Was ist dann eigentlich "Kung Fu"?? Kung
Fu wurde von Bruce Lee erstmals verwendet. Es ist verwandt
mit gung zuo was so viel wie "harte Arbeit" heißt. Gung zuo
ist Mandarin (chinesische nördliche Hochsprache) und Kung
Fu ist der selbe Begriff aus dem kantonesischen
Bereich (wie Hongkong, Shanghai).
Kung Fu
(Chinesisch „harte Arbeit"), chinesische Kampfsportart und Technik der
Selbstverteidigung, die große Ähnlichkeit mit Karate aufweist und die in
vielen verschiedenen Varianten verbreitet ist. Beim Kung Fu werden Hände
und Füße für Schlag-, Tritt-, Wurf- und Haltetechniken benutzt. Die
weltanschaulichen Wurzeln dieser Kampfsportart liegen im Buddhismus,
Konfuzianismus und Taoismus. Die Übungen steigern die körperliche und geistige
Fitness und erhöhen die Konzentrationsfähigkeit und das Selbstvertrauen. Als
Wettkampfsport wird Kung Fu auf einer Kampffläche von acht mal acht Metern
in verschiedenen Gewichtsklassen ausgetragen. Wie beim Karate unterscheidet man
drei verschiedene Formen: Nichtkontakt-Kung Fu, bei dem Schläge an den
Kopf des Gegners nicht zulässig sind und bei dem generell kaum Körperkontakt
besteht, da Schläge und Tritte vor dem Körper abgestoppt werden. Beim
Halbkontakt-Kung Fu dürfen Angriffe in das Gesicht und die vordere
Körperpartie ausgeführt werden, jedoch Schläge gegen die Augen, den Kehlkopf
und den Unterleib sind untersagt. Die Kämpfer schützen sich durch Hand-, Fuß-
und Unterleibspolster. Die Kampfrichter vergeben Punkte für gelungene
Techniken. Sieger ist, wer nach einer Kampfdauer von zwei Minuten (in der
Vorrunde) und drei Minuten (in der Hauptrunde) die meisten Punkte aufweist. Die
dritte Form ist das Vollkontakt-Kung-Fu, bei dem voll zugeschlagen wird, so dass
der Gegner kampfunfähig wird.
Geschichte des Kung Fu
Man nimmt an, dass Kung Fu mit der Ankunft von Bodhidharma
im Shaolin-Kloster von Songshan im 6. Jahrhundert n. Chr. zum festen
Bestandteil der chinesischen Kultur wurde. Aus den frühen Formen des Kung Fu
entwickelte sich das Shaolin-Boxen, das heute noch auf der ganzen Welt
verbreitet ist. Es wird vermutet, dass von Nordchina aus eine Form des Kung Fu
nach Korea gebracht wurde, die sich dort als Taekwondo etablierte. Für die
Verbreitung von Karate spielte der Handel zwischen den südchinesischen
Provinzen und Okinawa eine bedeutende Rolle. Zu den heute weltweit am
häufigsten praktizierten Arten des Kung Fu gehören Hung Kuen, Choy Lee
Fut und Wing Chung, das durch die Filme mit Bruce Lee bekannt wurde.
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Die
wichtigsten Begriffe
Es
gibt im WingTsun eine Reihe von Begriffen, ohne die man im Unterricht
einfach nicht auskommt. Wenn du zum Beispiel nicht weißt, was
ein Pak-Sao oder ein Gaun-Sao ist, dann ist es für deinen Sifu
sehr mühselig, dir bestimmte Technikabläufe zu
verdeutlichen.
Es
macht eben einen Unterschied, ob man sagen muß: Nun laß
mal deinen Ellbogen hochklappen und halt die andere Hand zum Schutz
hoch, jetzt noch wenden und dann mit der hinteren Hand den Arm
greifen und ziehen und gleichzeitig mit einem Fauststoß
kontern, oder ob man einfach sagt: Bong-Wu-Wendung, Lap-Dar!.
Durch
die chinesische Terminologie kann man also sehr kurz und prägnant
ganze Bewegungsfolgen beschreiben und - was für nicht wenige
interessant sein dürfte - auf diese Weise auch schriftlich
bequem festhalten, z. B. als Lehrgangsmitschrift.
Im
Unterricht sollte man die Sache mit dem Chinesisch jedoch nicht
übertreiben. Wenn du einen Fauststoß mache sollst, wird
dich kaum jemand zu einem Yat Chi Chung Kuen auffordern.
Solche im WT eigentlich unüblichen Begriffe, die im Zusammenhang
mit dem Formentraining jedoch auch schon mal abgefragt werden, habe
ich daher ans Ende dieser Seite gestellt. Letztlich sagen die
chinesischen Begriffe auch einiges über den gedanklichen
Hintergrund einer Technik aus.
Damit
der WT-Anfänger nicht gleich in einem Wust von Begriffen
erstickt, habe ich meine alte Wortliste ordentlich entrümpelt
und neu geordnet. Es kann durchaus sein, dass ihr hier einige Begriffe findet,
die in anderen Publikationen unterschiedlich geschrieben werden. Bitte lasst
euch dadurch nicht beirren, denn es sind nur unterschiedliche Schreibweisen, die
durch die Übersetzung vom Chinesischen ins Deutsche entstanden sind. Ein
häufiges Beispiel wäre hier die Schreibweise von "Sao" oder
"Sau". Die Bedeutung bleibt hier gleich, nur die Schreibweise ändert
sich. Meines Wissens nach hängt es auch mit der Lautschrift zusammen (z.B. Gaun-Sao oder Gaun-Sao). Wir sollten hier also sehr taoistisch an die Sache
herantreten.
Hinweis
zur Aussprache: Das S in Sao
wird scharf gesprochen wie in Jawohl, Sir!.
Es wurde die englische Umschrift benutzt, also spricht man Jum-Sao
zum Beispiel nicht Jumm-Sao sondern Dschamm-Sao.
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|
Begriffe, die man unbedingt von Anfang an beherrschen sollte:
Dies
sind die meistbenutzten Begriffe der ersten Unterrichtswochen!
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Bong-Gerk
|
Abwehr mit dem Schienbein
nach innen
|
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Bong-Sao
|
„Schwingenarm“ -Abwehr
|
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Chi-Sao
|
Allgemeine Bezeichnung für
das WT-typische Reflextraining der Arme, „Klebende Arme“
|
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Chi-Dan-Sao
|
Einarmiges Chi-Sao (kurz
für
Dan-Chi-Sao oder
Chi-Dan-Sao)
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Gaun-Sao
|
„Schneidende Arme“
-Abwehr. (als Angriff zu sehen, meist gegen den Arm des Gegners).
Abwehr gegen tiefen Angriff.
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Gum-Sao
|
„Heftende“ Hand-Bewegung
- Abwehr
|
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IRAS
|
Trainings- und
Vorkampfstand, Abkürzung für „Internal Rotated Adduction Stance“
|
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Lap-Sao
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meist gemeint: Greifen und
Ziehen
|
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Lat-Sao
|
Freikampfübung, bei der zu
Beginn kein Kontakt zum Gegner besteht
|
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Man-Sao
|
Vorderer Arm,
„suchender“ oder „Antennen“ -Arm.
|
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Pak-Sao
|
Abwehr mit der Handfläche
|
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Siu-Nim-Tau
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1. WT-Form, „Kleine-Idee-Form“,
SNT
|
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Tan-Sao
|
„Handfläche oben“ -Hand
|
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Wu-Sao
|
Hinterer, beschützender Arm
|
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Yap-Gerk
|
Abwehr mit dem Schienbein
nach außen
|
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nach oben
Begriffe,
die später dazukommen:
|
Chum-Kiu
|
„Arme suchen“, 2.
WT-Form
|
|
Fak-Sao
|
Fegend-schlagender Arm ("Peitschen-Arm")
|
|
Fook-Sao
|
Kontrollierender „Brücken“
-Arm
|
|
Gwat-Sao
|
wischender Arm
(auch "Bong-Sao-Killer")
|
|
Huen-Sao
|
„Zirkel-Hand“
|
|
Jum-Sao
|
„Sinkender Ellbogen“
-Abwehr
|
|
Jut-Sao
|
„Schockhand“, ruckartige
Bewegung
|
|
Kao-Sao
|
Innerer Schwingenarm,
„Zirkel Arm“ |
|
Kuen
|
Faust, Faustkampf
|
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Kwun-Sao
|
„Rotierende Arme“
-Bewegung bzw. zweiarmige Kombination aus Bong-Sao und Tan-Sao
|
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Lan-Sao
|
„Riegelarm“, als
Kontroll- oder Angriffsbewegung
|
|
Poon-Sao
|
Chi-Sao-Grundzyklus „Arme
rollen“
|
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Scheren-Gaun-Sao
|
Kombination von hohem und
tiefem Gaun-Sao, als Angriff und Abwehrbewegung
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Begriffe, die man selten gebraucht, aber wissen sollte:
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Biu-Tze
|
„Stechende Finger“, 3.
WT-Form
|
|
Biu-Tze-Sao
|
stechende Finger
|
|
Chang-Sao
|
Spatenhand-Angriff
|
|
Ching San Gerk
|
Vorwärtstritt
|
|
Ching-Bo
|
Vorwärtsschritt
|
|
Chong-Kuen
|
Hebender Fauststoß,
"Lifting Punch"
|
|
Gee-Ng-Diu-Tie-Ma
|
WT-Stand
|
|
Gee-Ng-Ma
|
WT-Stand
|
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Huen-Bo / Kau-Bo
|
Zirkelschritte, pflückende
Schritte
|
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Je Chan Gerk
|
Tritt mit Wendung
|
|
Juk Chan Gerk
|
Seitlicher Tritt
|
|
Ju-San-Ma (=Dui-Kok-Ma)
|
gewendeter Stand
|
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Kuo-Sao
|
Kampftraining im Chi-Sao
|
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Lau-Sao
|
schöpfender Arm
|
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Lin-Wan-Kuen
|
Kettenfauststöße
|
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Nuk-Sao
|
spielerische Freikampfübung,
4. SG
|
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Sao Chong
|
Zurückziehen der Faust
|
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Tie-Sao
|
„Hebende Arme“
|
|
Tut-Sao
|
„Befreiende Arme“
|
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Yan-Cheung
|
Handflächenstoß
|
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Yat Chi Kuen
|
Vertikale Faust
|
|
Yat Chi Chung Kuen
|
Vertikaler Fauststoß
|
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Yee-Chi-Kim-Yeung-Ma
|
chinesisch für IRAS
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Sonstige Begriffe:
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Ahn Woon
|
Schnappende Handgelenkbewegung (z.B. zum
Ende der Huen-Sao-Bewegung)
|
|
An Chang
|
Stoßende Handfläche
|
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Bai Ying
|
Verlust des
Gleichgewichtes
|
|
Bart-Cham-Dao
|
WT-Messer (eigentlich Kurzschwerter),
die in der Regel doppelt geführt werden.
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Biu Gwun
|
Stoßender Stock
|
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Biu Tse Ma
|
Bogenförmiger Schritt
von außen nach vorwärts
|
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Ca Chui
|
Gerader Fauststoß
|
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Cai
|
Runterziehen
|
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Cao
|
üben
|
|
Cha chuan
|
Suchende Faust
|
|
Chai Gerk /
Tak Tui
|
Stampfender Tritt (2.
Form)
|
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Chang Dai
Cheung
|
Spatenhand (schwacher
Stoß)
|
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Chang Geng
|
Spatenhand (zum Hals)
|
|
Chi Gerk
|
Klebende Füße
("Chi Sao" mit den Beinen)
|
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Chi-Kwun
|
Chi-Sao für den Langstock
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Chi-Sheung-Sao
|
Zweiarmiges Chi-Sao
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Chin Gum Sao
|
Gum-Sao nach vorne
|
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Chong
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Vor-Kampf-Stellung (Süd China)
|
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Chuen-Kiu
|
Technik aus der 2. Form
|
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Chung-Lo
|
Mittlere Stufe
|
|
Chung-Sum-Sin
|
Mittellinie
|
|
Chung-Sin
|
vertikale Mittellinie
|
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Dao Quan
|
Fauststoß
(allg.)
|
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Dim Gerk
|
Tritt nach vorn
|
|
Dim Mak
|
Angebl. ein Schlag auf
best. Körperstellen, der besondere Fähigkeiten aufweist.
|
|
Ding Jarn
|
Ellenbogenstoß
|
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Dit-Da-Jao
|
Alkoholische Kräuteressenz gegen
Mikroverletzungen (blaue Flecke)
|
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Don Chi
|
Einfache stoßende
Hand
|
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Dui-KokMa / Ju-Sun-Ma
|
Gewendeter Stand
|
|
Dung Gerk
|
Hebender Kick
|
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Fon Sao
|
Fesseltechnik mit den
Händen
|
|
Gaun
Dar
|
Gleichzeitigkeit von Gaun
Sao und Fauststoß
|
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Gen Den
|
Schulterstoß
|
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Go Dar
|
Hoher Stoß
|
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Hau Gum Sao
|
Gum Sao nach rückwärts
|
|
Har-Lo
|
Untere Stufe
|
|
Hoi Ma
|
Einnehmen des Standes
|
|
Hoi-Ma
|
Einnehmen des Standes
|
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Hoy Sick
|
Die Eröffnungssequenz
vor jeder Form
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Huen-Got-Sao
|
Technik aus der 3. Form
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Huen Gerk
|
Zirkel Front Kick
|
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Jeet Gerk
|
Stoppkick - Stopptritt
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Jik-Seen
|
Zentrallinie
|
|
Jong Tow
|
Ellenbogenstoß
|
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Ju-Cheung
|
Seitlicher Handflächenstoß
|
|
Ju Gum Sao
|
Seitlicher Gum Sao
|
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Ju Sun Kuen
|
Fauststoß mit Wendung
|
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Juk Tek
|
Seitwärtstritt
|
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Kar-Sik (Chong)
|
Vor-Kampf-Stellung (Nord-China)
|
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Kiu-Sao
|
Brücken-Arm
|
|
Kuen Mo Lai
Yeung!
|
Man darf nicht höflich sein, d.h., dem
Gegner den Vortritt lassen.
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Kuen-To
|
Faustkampf-Form
/ Box-Form
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Kwai-Jarn
|
Ellenbogenschlag nach unten (diagonal)
|
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Kwun-Ma
|
Langstock-Stand
|
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Lat-Sao-Jik-Chung
|
Sind die Hände frei, stoß gerade vor
|
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Lian Chuan
|
Kettenfauststoß
|
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Luk-Dim-Boon-Kwun
|
Lang-Stock-Techniken
|
|
Lok-Sao
|
Chi-Sao-Übung
|
|
Mang-Geng-Sao
|
Nackenzug-Technik
|
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Mo Che oder
Niu
|
Wendung / Drehung
|
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Moh Ying Gerk
|
Schattenloser,
unsichtbarer Kick
|
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Muk-Yan-Chong
|
die Holzpuppe
|
|
Muk-Yan-Chong-Fa
|
Holzpuppen-Techniken
|
|
Noi-Moon
|
Innen
|
|
Oi-Moon
|
Außen
|
|
Pie-Jarn
|
Ellenbogenschlag (horizontal)
|
|
Po-Pai-Cheung
|
Doppelte-Handflächen-Kombinations-Technik
|
|
Pak Dar
|
Gleichzeitigkeit von
Pak Sao und Fauststoß
|
|
Pin Chuan
|
Horizontaler Fauststoß
|
|
Saam Kok Bo
|
Vorwärtsschritte
|
|
Saam-Sing-Chong
|
Drei-Füße-Übungspuppe
|
|
Saam Pai Fut
|
dreimalige Verehrung Buddhas
|
|
Sei-Ping-Ma
|
WT-Stand
|
|
Shat-Geng-Sao
|
Kehlkopf-Schlag
|
|
Sheung-Kuen
|
Doppelte Fausstöße (Kombination)
|
|
Sheung-Lo
|
Oberstufe
|
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Tak Geuk
|
Holzpuppentritt
|
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Thie Suc
|
Kniestöße
(allgemein)
|
zurück
nach oben
WT-Formen:
| Siu-Nim-Tau
beinhaltet die wichtigsten
Handtechniken und fördert den stabilen Stand. Sie soll den Schüler zu Körperbewußtsein
erziehen und Ihm eine "kleine Idee" der Kampfkunst, aber auch
der Möglichkeiten seines Körpers vermitteln.
|
Kleine-Idee-Form |
| Chum-Kiu
beinhaltet die Grundtechniken des
WingTsun in der Bewegung, Schrittarbeit, Hand- und Fußtechniken sollen
fließend ineinander übergehen.
|
Arme-Suchen-Form |
| Biu-Tze
beinhaltet die Lehrertechniken des
WingTsun in der Bewegung, Schrittarbeit, Hand- und Fußtechniken sollen
fließend ineinander übergehen und dynamisch ausgeführt werden.
|
Stoßende-Finger-Form |
| Muk-Yan-Chong-Fa
|
Holzpuppen-Form |
| Luk-Dim-Boom-Kwun
|
Langstock-Form |
| Bart-Cham-Dao
|
Doppelmesser-Form |
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|
Abschliesend hier noch kurz die WT-Prinzipien und
-Kraftsätze sowie die 5 möglichen Phasen des Kampfes. |
| WT ist nicht
ein Sammelsurium von Einzeltechniken, sondern ein Kampfsystem!
|
| Die 4 WT-Prinzipien im Einzelnen:
|
| 1. Prinzip: Ist der Weg frei, stoß
vor! |
| Mit diesem Prinzip kann der Angegriffene das
Kampfgeschehen von Anfang an "in der Hand behalten": Der WT-Kämpfer
reagiert auf feindseliges Überschreiten der Sicherheitsdistanz mit der sog.
Universallösung. Dabei spielt die Art und Weise des gegnerischen Angriffs
keine grundsätzliche Rolle.
|
| 2. Prinzip: Trifft Deine Aktion auf Widerstand, bleib´ kleben! |
| Falls der Angreifer das Vorstoßen des WT-Kämpfers
behindern kann, klebt der WT-Kämpfer an der gegnerischen Abwehr.
|
| 3. Prinzip: Ist die
Kraft des Gegners größer, gib nach! |
| Aufgrund von Druckverhältnissen kommt es zu
"taktilen" Reflexen (Chi-Sao-Reflexe). Diese passiven, direkt
durch den Gegner bestimmten ("maßgeschneiderten") Abwehrreflexe
lassen die Angriffsenergie ins Leere laufen. WT ist ein weicher Stil!
|
| 4. Prinzip: Zieht der
Gegner sich zurück, folge! |
| Aufgrund des ständigen Vorwärtsdruckes dringt man
sofort und automatisch wie Wasser in jede sich ergebende Lücke. So ist das
4. Prinzip die Konsequenz des Vorwärtsdruckes.
|
|
Hier nun eine kleine Grafik, die das Zusammenspiel aller 4 Prinzipien
verdeutlichen soll. Es stellt dabei nicht das "Non plus Ultra" dar und kann
auch gerne anders interpretiert werden.
|
|
Während man sich die Fähigkeiten zur
Realisierung des 2. und 3. Prinzips im
Chi-Sao-Training ("klebende
Arme") aneignet, übt man das Zusammenspiel aller 4 Prinzipien im
Lat-Sao (Freikampf). Das Bewegungsrepertoire erhält man aus den WT-Formen.
|
|
Der Bewegungsreichtum, den man im WT
vorfindet, wird durch die WT-Prinzipien und bestimmte Bewegungsmuster kaum
eingeschränkt. Der Selbstverwirklichung und der individuellen
Interpretation (des fortgeschrittenen WT-Anwenders) sind kaum Grenzen
gesetzt.
|
zurück
nach oben
WT-Kraftsätze:
- Mach´ Dich frei von Deiner eigenen Kraft!
(z.B. Siu-Nim-Tau)
Mach´ Dich frei von der Kraft Deines Gegners!
(z.B. Bong-Sao & Wendung, Tan-Sao & Wendung)
Nütze die Kraft Deines Gegners für Dich!
(z.B. Durch Flexibilität Federspannung aufbauen)
Füge der Kraft des Gegners Deine eigene hinzu!
(z.B. "Schwingerabwehr")
|
Wenn man WingTsun richtig erlernen möchte,
muss man zunächst lernen, auf seine eigene Kraft zu verzichten. Mit Kraft
würde oft nur ein Mangel an Technik ausgeglichen werden. Man muss lernen,
jeden (na ja okay, fast jeden - den Schließmuskel möchte ich hier mal
ausklammern) Muskel seines Körpers zu entspannen. Verkrampfungen
behindern die Schnelligkeit der Bewegungen und stellen eine große
Energieverschwendung dar. Die WingTsun-Formen (jap. Kata) sind nicht
zuletzt Bestandteil unseres Systems damit der Übende sich und die Möglichkeiten
seines Körpers besser kennenlernen kann und ein Gespür für die
scheinbar einfachen Bewegungen zu bekommen..
Als nächstes erlernt man durch das
Chi-Sao-Training, sich durch geschicktes Nachgeben auch von der Kraft des
Gegners frei zu machen. Diese wird entsprechend Satz drei und vier gegen
ihn selbst gewendet und durch die eigene Kraft noch verstärkt.
zurück
nach oben |
Einige weitere
Merkmale des WingTsun
-
Ökonomie der Bewegung. Es gibt keine überflüssigen
oder einfach nur schönen Bewegungen. Wenn ein Fauststoß reicht,
macht man nicht auch noch eine weitere Abwehrbewegung dazu.
Grundmotto: Weniger ist mehr. Oder in anderen Worten: So viel wie nötig
aber so wenig wie möglich.
-
Zentrallinienprinzip: Vereinfacht bedeutet
dieses Prinzip, dass man seine Körpermitte mit den eigenen Armen
besetzt und auf den Gegner frontal ausgerichtet hält. Dadurch hat man
den kürzesten Weg zum Ziel (die kürzeste Verbindung zwischen zwei
Punkten ist eine geradlinige), während der Gegner den Umweg außen
herum nehmen muß (zum Beispiel mit einem Schwinger). Bei gleicher
Schlaggeschwindigkeit trifft der eigene Schlag also vor dem des
Gegners. Die Arme des Gegners werden nach innen oder außen abgeleitet
(Keilprinzip).
-
Frontale Kampfesweise und gedecktes Vorgehen.
Nur durch die frontale Kampfstellung kann der WingTsun-Kämpfer beide
Arme vollwertig zu Angriff und Verteidigung nutzen.
-
Angriff und Abwehr sind eins. Jede
Angriffstechnik beinhaltet bestimmte Charakteristiken, die auch zur
Abwehr dienen (können). Während ein Arm abwehrt, führt der andere
unmittelbar den Gegenangriff.
-
Ansatzloses Stoßen und Treten. Ausholen ist ein
Todsünde im WT. Dies würde dem Gegner die Abwehr erleichtern.
-
Spontanes Reagieren im Kampf, es gibt keinen
vorher festgelegten Bewegungsablauf.
-
Logische Betrachtung von Technik, Taktik und
Strategie des Kampfes.
zurück
nach oben
|
5 Phasen des möglichen Kampfgeschehens:
- Kampf mit den Füßen
- Kampf mit den Händen
- Kampf mit Ellenbogen und Knien
- Kampf mit halten, hebeln,
immobilisieren, kontrollieren, würgen, werfen, ...
- Kampf am Boden
Ist Technik allein
ausreichend?
Mit der richtigen Kampftechnik kann
man sich selbst schützen. Technik allein reicht jedoch nicht aus:
Würdest du die
gelernten Techniken im Ernstfall auch anwenden?
Verschiedene Gründe könnten dich davon abhalten.
Ich erspare dir hier eine lange Liste von Möglichkeiten. Denn im Grunde
genommen laufen alle diese nur auf ein Element hinaus: Selbstbewusstsein
oder Selbstvertrauen.
WT-Technik ohne
Selbst-Bewusst-Sein ist wie ein Auto ohne Benzin.
Dieses Selbstbewusstsein muss, wenn man es nicht
schon von Anfang an hatte, erst geschaffen werden. Die Basis ist das
Kampftraining und das dadurch entstandene Vertrauen in die Technik. Dazu
ist jedoch ein intensives und längerfristiges Training notwendig. Die
Techniken müssen automatisiert werden! Wenn dies nicht geschieht,
funktionieren die Techniken nicht und du hast logischerweise kein
Vertrauen in deine Kampffähigkeit und damit im Moment der Gefahr auch
kein Selbstvertrauen.
Selbstverteidigungsschnellkurse (Wochenendeseminare)
sind deshalb rausgeschmissenen Geld. Das Ziel, funktionierende Techniken
zu automatisieren kann in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht erreicht
werden. Dazu wird den Teilnehmern noch ein falsches Selbstbewusstsein
vermittelt, welches ich wohl eher als Selbstüberschätzung bezeichnen würde.
Ich kann mir gut vorstellen, dass sich jemand der die Wahl hätte zwischen
Flucht und Angriff aufgrund eben dieser Selbstüberschätzung eher der
Gefahr stellt und damit sein Leben riskiert, als klug den Rückzug
anzutreten.
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